Ein Orientierungslauf klingt zunächst nach Hochleistungssport im tiefen Wald mit Kompass und Spezialkarte. Doch das Finden von festgelegten Punkten in einem Gelände lässt sich wunderbar vereinfachen und ist eine hervorragende Bewegungsidee für den Kindergarten oder den heimischen Garten.
Unser Konzept für den „Mini-Orientierungslauf“ im Rahmen der Kidsolympics ist im abgeschlossenen Gelände problemlos möglich. Es verwandelt die klassische Schnitzeljagd in ein spannendes Sportangebot, das neben der Raumorientierung ganz nebenbei auch noch die Ausdauer der Kinder spielerisch fördert.
Pädagogisch betrachtet deckt der Orientierungslauf gleich mehrere Bildungsbereiche ab:
Kognitive Fähigkeiten: Die Kinder müssen eine abstrakte Information (das Bild) auf die Realität übertragen.
Motorik & Gesundheit: Da die Punkte nacheinander angelaufen werden, ist es ein perfektes, intervallartiges Ausdauertraining.
Soziale Kompetenz: In unserer Variante laufen die Kinder in Paaren. Das erfordert Absprache, Teamwork und gemeinsames Problemlösen.

Material:
- Bildkarten: Fotos von markanten Punkten eures Geländes (siehe Vorbereitung).
- Optional: Eine Laminiergerät (damit die Karten wetterfest sind).
Alter:
- ab 4 Jahre
Vorbereitung:
Gehe durch euer Außengelände und fotografiere markante Fixpunkte aus Kinderperspektive. Geeignet sind z. B.:
- Das Klettergerüst (Rutsche oder Schaukel)
- Eine spezifische Hausecke oder die Eingangstür
- Ein besonders großer oder auffälliger Baum
- Der Sandkasten
- Die Parkbank
- Die Spielzeugtonne
Drucke die Fotos aus (am besten in Postkartengröße). Diese dienen als eure „Laufkarte“. Laminieren erhöht die Lebensdauer. Erstelle am besten 2–3 Sätze der Karten, falls viele Kinder gleichzeitig spielen.
Spielidee:
Die Grundidee ist, dass die Kinder bestimmte Punkte im Gelände erkennen und gezielt anlaufen.
Alle Bildkarten liegen verdeckt auf einem Stapel an einem zentralen Startpunkt.
Die Kinder finden sich in Zweier-Teams zusammen.
Das erste Paar zieht eine Karte. Sie schauen sich das Bild gemeinsam an: „Wo ist das? Ah, die Rutsche!
Das Paar läuft (oder rennt) gemeinsam zur Rutsche.
Die Kinder laufen zurück zum Startpunkt, legen die Karte zurück und ziehen die nächste.
Wenn die Kinder erfahrener oder älter (z. B. Grundschulalter) sind, kannst du den Schwierigkeitsgrad des Orientierungslaufs erhöhen:
- Detail-Aufnahmen: Fotografiere nicht das ganze Klettergerüst, sondern nur einen Ausschnitt (z. B. die rote Stufe der Leiter). Das schult die genaue Beobachtung.
- Sternlauf: Hänge an jedem gefundenen Punkt die nächste Bildkarte auf. Die Kinder müssen sich also von Punkt zu Punkt hangeln (Schnitzeljagd-Prinzip).



