Wenn die Tage kürzer werden und der Herbstwind durch die Straßen zieht, beginnt für Kinder eine magische Zeit: die Zeit der Laternenumzüge. Am 11. November leuchten unzählige selbstgebastelte Laternen in der Dunkelheit und Kinderaugen strahlen um die Wette. Doch was steckt eigentlich hinter diesem schönen Brauch rund um den Sankt Martin?
Die Legende vom Heiligen Martin – Kindgerecht erzählt
Vor langer, langer Zeit lebte ein junger Mann namens Martin. Er war Soldat in der römischen Armee und ritt auf einem stolzen Pferd. Obwohl er ein Soldat war, trug er ein gutes und freundliches Herz in sich. Seine Kameraden mochten ihn sehr, denn er war bekannt dafür, alles, was er besaß, mit den Armen zu teilen.
An einem eiskalten Wintertag ritt Martin auf dem Weg zu seiner Stadt. Der Schnee knirschte unter den Hufen seines Pferdes und sein Atem gefror in der Luft. Am Stadttor sah er einen armen Mann kauern, der kaum Kleidung am Leib trug und vor Kälte zitterte. Viele Menschen gingen einfach an ihm vorbei, ohne ihn zu beachten.
Doch Martin hielt sein Pferd an. Er empfand großes Mitleid mit dem frierenden Mann. Er überlegte, wie er helfen könnte, denn er hatte nichts bei sich außer seinen Waffen und seinem warmen Soldatenmantel. Dieser Mantel gehörte eigentlich nicht ihm allein, sondern der Armee. Trotzdem zögerte Martin nicht. Er zog sein scharfes Schwert, teilte den weiten Mantel in zwei Hälften und gab eine davon dem Bettler. „Mehr habe ich leider nicht“, sagte er freundlich, „aber das soll dich wärmen.“
Der Bettler wickelte sich dankbar in die Mantelhälfte. Einige Leute, die das sahen, lachten Martin aus, weil sein eigener Mantel nun zerrissen und viel zu klein war. Andere aber schämten sich, weil sie selbst nicht geholfen hatten.
In der folgenden Nacht hatte Martin einen besonderen Traum. Ihm erschien Jesus, der genau die Hälfte des Mantels trug, die Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Traum hörte Martin Jesus zu den Engeln sagen: „Seht her, das ist Martin. Er ist ein guter Mensch und hat mich mit seinem Mantel gekleidet.“
Dieser Traum berührte Martin so sehr, dass er beschloss, kein Soldat mehr zu sein. Er ließ sich taufen und widmete sein Leben fortan Gott und den Menschen, denen er half.

Praktische Sankt Martin Ideen für Kita
Laternen basteln
Gestalten Sie Laternen, die einen Bezug zur Geschichte haben. Vielleicht eine Pferdelaterne oder eine Sternenlaterne (wie das Licht im Dunkeln)? Nutzen Sie verschiedene Materialien, von Transparentpapier bis hin zu recycelten PET-Flaschen und Milchtüten.
Martinsbrezeln backen
Backen Sie gemeinsam Hefegebäck und teilen Sie es im Anschluss in der Gruppe oder mit der Familie.
Lieder einüben
Die klassischen Martinslieder sind ein Muss. Hier eine kleine Auswahl der bekanntesten:



