Im oft hektischen Alltag von Familien und im trubeligen Kindergarten-Geschehen kommen Ruhepausen manchmal zu kurz. Dabei ist Entspannung für die kindliche Entwicklung enorm wichtig, um Reize zu verarbeiten und neue Kraft zu schöpfen. Eine wunderbare Methode, um Kindern auf spielerische Weise zur Ruhe zu verhelfen, sind Massagegeschichten. Sie verbinden spannendes Zuhören mit sanfter Berührung und fördern ganz nebenbei die Körperwahrnehmung und das gegenseitige Vertrauen.
Mit unserer Massagegeschichte „Das Piratenschiff sticht in See“ nehmen wir kleine Abenteurer mit auf eine Reise über das weite Meer. Ob als Ritual vor dem Mittagsschlaf in der Kita, als beruhigender Abschluss einer Turnstunde oder als Kuschelzeit abends im Kinderzimmer, diese Anleitung ist für Erzieher und Eltern gleichermaßen ideal.
Material:
- Matte
Alter:
- ab 3 Jahre
Vorbereitung:
Die Kinder finden sich in Paaren zusammen (oder ein Elternteil massiert das Kind). Ein Kind legt sich flach und bequem auf den Bauch, die Arme liegen locker neben dem Körper. Das massierende Kind (oder der Erwachsene) setzt sich entspannt daneben.

Wichtige Regel:
Alle Berührungen sollen sanft, langsam und angenehm sein. Es darf nicht wehtun oder kitzeln.
Spielidee:
Erwachsene lesen die Geschichte mit ruhiger, leiser Stimme vor und machen bei Bedarf die Bewegungen (hier kursiv geschrieben) vor. Die Paare führen die Bewegungen simultan zur Geschichte aus.
Unsere Reise beginnt. Wir stechen in See und fahren auf das große, weite Meer hinaus. Das Wasser ist am frühen Morgen noch ganz friedlich, ruhig und spiegelglatt.
Mit beiden flachen Händen in ruhigen, langen Strichen vom Nacken bis hinunter zum unteren Rücken streichen. Die Hände streichen sanft wie ruhige Wellen.
Doch da zieht ein kleiner Wind auf. Er pustet über das Wasser und macht sanfte, kleine Wellen auf dem Ozean.
Die Hände bewegen sich nun in sanften, langsamen Schlangenlinien über den gesamten Rücken hin und her.
Der Wind wird stärker und pustet plötzlich kräftig in die großen weißen Segel. Das Piratenschiff nimmt Fahrt auf und gleitet schnell übers Wasser.
Mit dem Mund ganz vorsichtig und sanft über den Rücken und in den Nacken des Kindes pusten (nicht zu kalt und nicht direkt ins Ohr).
Schaut mal genau hin! Neben unserem Schiff tauchen plötzlich kleine Delfine auf. Sie springen fröhlich aus dem Wasser und tauchen elegant wieder hinein.
Mit dem Zeige- und Mittelfinger beider Hände in kleinen, hüpfenden Bogenbewegungen sanft über den Rücken springen.
Hoch oben am blauen Himmel fliegt eine Möwe. Sie wird neugierig, landet auf dem Holzdeck unseres Schiffes und watschelt ein bisschen umher, um sich umzusehen.
Mit jeweils zwei Fingern pro Hand wie kleine, tappende Vogelfüße über den Rücken und hinauf zu den Schultern trippeln.
Land in Sicht! Wir rufen laut ‚Ahoi‘. Das Schiff ankert und wir sind an der geheimen Schatzinsel angekommen. Die Piraten springen barfuß in den weichen, warmen Sand und fangen sofort an, eifrig nach dem verborgenen Schatz zu graben.
Mit den Fingern beider Hände sanft auf dem Rücken kratzen und leicht wühlen, als würde man im weichen Sand buddeln.
Da ist er! Die Piraten haben den Schatz gefunden. Es ist eine riesige, hölzerne Truhe voller runder, glänzender Goldmünzen, die in der Sonne funkeln.
Mit den Daumen oder den flachen Händen viele kleine, sanfte Kreise (wie runde Münzen) auf den Rücken malen.
Puh, die Piraten sind nun sehr müde von der langen Reise und dem schweren Graben. Sie legen sich in den warmen Strand-Sand, schließen die Augen und ruhen sich aus. Alles ist ganz friedlich.
Beide Hände ruhig, flach und wärmend auf den mittleren Rücken legen und dort für einen Moment ganz still ruhen lassen. Die Wärme spüren.
(Kurze Pause der Stille von etwa 1-2 Minuten)
Nun dürfen sich die Kinder ganz langsam strecken und rekeln, als würden sie morgens aufwachen. Wenn die Geschichte in der Gruppe (z.B. im Kindergarten) durchgeführt wird, tauschen die Kinder nun die Rollen, sodass jeder einmal in den Genuss der Piratenmassage kommt.