Die Sinnesschulung ist ein zentrales und enorm wichtiges Thema in der kindlichen Entwicklung. Während der Sehsinn und der Tastsinn im Alltag ständig gereizt werden, kommt das bewusste Hören oft etwas zu kurz. Dabei ist genau diese Fähigkeit später essenziell für die Sprachentwicklung und die Konzentration.
Mit einem selbst gebastelten Geräusche-Memory können Sie genau diese auditive Wahrnehmung trainieren. Das Beste daran: Es kostet fast nichts, ist im Handumdrehen vorbereitet und macht Kindern ab 3 Jahren riesigen Spaß!
Material:
- leere Filmdosen (leere Trinkjogurtflaschen),
- Füllmaterial: Suchen Sie Dinge, die ganz unterschiedliche Klänge erzeugen. Zum Beispiel:
Leise/Rieselnd: Reis, feiner Sand, grobes Salz oder Zucker.
Klappernd/Dumpf: Holzperlen, kleine Knöpfe, getrocknete Erbsen oder Nudeln.
Laut/Metallisch: Nägel, Reißzwecken, kleine Glöckchen oder Büroklammern.
Alter:
- ab 3 Jahre
Vorbereitung:
Es werden immer zwei Dosen mit identischem Material gefüllt. Achten Sie penibel darauf, dass auch die Menge des Inhalts absolut identisch ist. Ein Paar Dosen sollte beispielsweise exakt zehn Reiskörner oder exakt drei Holzperlen enthalten, damit sie wirklich exakt gleich klingen. Alle Dosen fest verschließen (und ggf. verkleben).
Geheimer Farbcode (Tipp für Erzieher):
Damit die Kinder sich am Ende selbst kontrollieren können, ohne die Dosen öffnen zu müssen, können Sie auf die Unterseite der zusammengehörigen Dosen kleine, identische Farbklebepunkte anbringen.

Spielidee:
Der Ablauf funktioniert im Grunde wie beim klassischen Bilder-Memory, nur dass hier die Ohren die Arbeit der Augen übernehmen:
- Alle Dosen werden gut durchgemischt und in die Mitte auf den Tisch oder den Teppich gestellt.
- Das erste Kind ist an der Reihe. Es darf sich zwei Dosen aussuchen, sie in die Hand nehmen und schütteln. Wichtig: Die Dosen dürfen auf keinen Fall geöffnet werden!
- Das Kind lauscht aufmerksam: Klingen die beiden Dosen gleich? Ist das Geräusch eher hell, dumpf, laut oder leise?
- Glaubt das Kind, ein Paar gefunden zu haben, wird kontrolliert. Entweder durch die Spielleitung (hineingucken) oder durch den Farbcode auf der Unterseite.
- Stimmt das Paar, darf das Kind die Dosen behalten und an die Seite stellen. Sind die Geräusche unterschiedlich, werden die Dosen wieder zurückgestellt, und das nächste Kind ist an der Reihe.
- Das Spiel endet, wenn alle Geräusche-Paare gefunden wurden.
Spielvarianten
Geräusche beschreiben
Bevor kontrolliert wird, soll das Kind beschreiben, nach was das Geräusch klingt. „Das klingt wie Regen auf dem Dach“ oder „Das rappelt wie kleine Steine“. Das schult zusätzlich die sprachliche Ausdrucksfähigkeit.
Für Detektiv-Partys:
Dieses Spiel ist ein absoluter Hit für einen Detektiv-Kindergeburtstag! Die Kinder müssen als „Spione“ ihre Ohren trainieren, um Geheimcodes am Klang zu erkennen. Die Dosen können dabei als mysteriöse „Beweismittel“ inszeniert werden.
Schwierigkeitsgrad steigern:
Für ältere Kinder können Sie Materialien wählen, die sehr ähnlich klingen (z. B. feiner Sand in einem Paar und grobes Salz in einem anderen). Hier ist höchste Konzentration gefragt!