Unsere Hände sind ein echtes Wunderwerk. Jeden Tag begreifen und entdecken Kinder die Welt durch Berührungen. Um diese wichtige taktile Wahrnehmung gezielt zu trainieren, eignen sich Wahrnehmungsspiele hervorragend.
Das Fühlsäckchen-Spiel (oder Tastspiel) ist ein absoluter Klassiker in der Kita und ein Riesenspaß für den Kindergeburtstag oder regnerische Nachmittage zu Hause. Es schult nicht nur den Tastsinn, sondern fördert ganz nebenbei auch die Sprachentwicklung und die Konzentration. Hier finden Sie die komplette Anleitung, wie Sie das Tastspiel vorbereiten und durchführen können!
Material:
- Für das Säckchen: Ein fester, blickdichter Stoff (z.B. Filz oder Baumwolle) und eine Nähmaschine. (Tipp für Eilige: Ein einfacher, zugebundener Stoffbeutel oder ein Kissenbezug funktionieren als schnelle Alternative!)
- Gut tastbare Gegenstände (Beispiele):
Naturmaterialien: Kiefernzapfen, Kastanien, glatte Steine, Muscheln, Walnüsse
Alltagsgegenstände: Wäscheklammern, Korken, Kochlöffel, Schwamm, ein großer Schlüssel
Spielzeug: Legosteine, kleine Spielzeugautos, Bauklötze
Alter:
- ab 3 Jahre

Vorbereitung:
Das Fühlsäckchen basteln
Nähen Sie aus dem blickdichten Stoff einen großen Sack.
Dieser wird an drei Seiten komplett vernäht.
Die vierte Seite wird so verschlossen, dass lediglich zwei Löcher offenbleiben. Diese Löcher sollten gerade so groß sein, dass die Hände der Kinder bequem hindurchpassen, die Kinder aber nicht hineinspicken können.
Alternativ (ohne Nähen): Nehmen Sie einen kleinen Pappkarton, schneiden Sie zwei Löcher hinein und kleben Sie von innen ein Stück Stoff über die Löcher, damit man nicht hineinsehen kann. So wird aus dem Säckchen im Handumdrehen ein toller Fühlkasten!
Spielidee:
Der Ablauf kann wunderbar an das Alter und den Entwicklungsstand der Kinder angepasst werden:
Variante 1: Für Kleinkinder (ab 3 Jahren)
Bei jüngeren Kindern ist es wichtig, dass sie die Gegenstände vorher sehen. Füllen Sie das Säckchen gemeinsam mit den Kindern. Nehmen Sie jeden Gegenstand in die Hand, benennen Sie ihn und legen Sie ihn dann erst in den Sack. Anschließend greift das Kind hinein, fühlt einen Gegenstand und ruft den Namen, bevor es ihn herauszieht.
Variante 2: Für ältere Kinder (ab 4 bis 5 Jahren)
Hier bleibt der Inhalt streng geheim! Die Spielleitung füllt das Säckchen unbeobachtet.
Das Kind steckt seine Hände durch die Löcher und greift sich einen Gegenstand. Bevor es rät, was es ist, soll es den Gegenstand beschreiben: Ist er hart oder weich? Glatt oder kratzig? Rund oder eckig? Erst nachdem die Vermutung laut ausgesprochen wurde, darf der Gegenstand zur Kontrolle herausgezogen werden.
Das Spiel endet, wenn das Säckchen komplett leer ist. Wenn Sie in einer Gruppe spielen, ist das Kind der Gewinner, das die meisten Gegenstände richtig ertastet und benannt hat.